GESCHICHTEN EINIGER UNSERER MITGLIEDER

 
 
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Wir wollen unsere familiengeschichte bewahren

Einer der am häufigsten angegebenen Gründe für die Ablehnung eines Antrages ist, dass der/die Antragstellende als Kind einer deutschen Mutter und eines nicht-deutschen Vaters vor dem 1. April 1953 geboren wurde. Bis zum 1. April 1953 konnte die deutsche Staatsbürgerschaft nur ehelich und über den Vater vererbt werden. 

Diese Geschichte macht die Ungerechtigkeit deutlich


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Und wieder bringt Berlin uns um unsere Rechte

Von 1933 an wurde einzelnen deutschen Juden die Staatsbürgerschaft per Gesetzgebung entzogen. Dies geschah, indem ihre Namen im Reichsanzeiger aufgeführt wurden: bei Veröffentlichung der Ausgabe des Reichsanzeigers, in der ihre Namen standen, verloren diejenigen Personen die deutsche Staatsbürgerschaft.

Im Fall deutscher Juden, die nach 1933 flohen und die Staatsbürgerschaft eines anderen Landes erwarben, bevor ihre Namen gedruckt wurden, wird vorausgesetz, dass sie die deutsche Staatsbürgerschaft „freiwillig“ aufgegeben haben.

In dieser Geschichte sagt unser Mitglied, dass die Ablehnung nach Artikel 116 die Antragsteller um ihre Rechte bringt.


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WAITING FOR JUSTICE

This story highlights the complex injustices that arise from Article 116. It tells the story of a German Jewish woman and her family who fled Germany and landed in South America in 1937. After being stateless for over a decade she was finally given her German citizenship back in 1953, only to find out that as a woman, she was not eligible to pass on her German citizenship. Her brother, on the other hand, despite being born outside Germany, can pass on his citizenship. Years later after the law changed she adopted two non-German children who, ironically, were eligible, and are now German citizens. Even today, her natural-born children are not eligible to apply for German citizenship.


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Ich schlüpfe zwischen veralteten Gesetzen durch

Obwohl ich 14 Jahre lang in Deutschland gelebt und gearbeitet habe, Deutschland sogar im Ausland kulturell vertreten habe und fließend und akzentfrei Deutsch spreche, bin ich zur deutschen Staatsbürgerschaft nicht berechtigt, derer meine Mutter beraubt wurde.  Es gelten veraltete, Geschlecht und Jahrgang betreffende Gesetze, die das Anwenden von Artikel 116 (2) noch heute bestimmen.



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Trennung von Familien

Schon seit mehreren Jahren bedauern wir, dass es uns unmöglich ist, unsere ererbte deutsche Staatsangehörigkeit wieder zu erlangen. Wir sind mehrmals nach Deutschland gereist und haben insbesondere die Geburtsorte unserer Familienmitglieder besucht. Im Jahr 2011 haben wir Anträge auf Wiedererstattung der Staatsbürgerschaft gemäß Artikel 116(2) GG ausgefüllt und das deutsche Konsulat in New York aufgesucht. Nachdem wir dem zuständigen Beamten die Formulare übergeben hatten, wurden wir in ein kleines Sitzungszimmer gebeten, wo man uns mitteilte, dass wir keinen Anspruch auf Wiedereinbürgerung hatten. Unsere Anträge wurden abgelehnt, und wir bekamen die Formulare zurück. Uns wurde erklärt dass wir, da wir als Kinder deutscher Mütter vor 1953 geboren wurden, keinen Anspruch hatten.

Es folgt eine Zusammenfassung unserer Familien- und Lebensgeschichte:


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Professor Betsy Thom (1943) und Doktor Eleanor Thom (1979)

Mein Hauptwohnsitz ist in Edinburgh, Schottland. Ich bin 40 Jahre alt und habe die deutsche Staatsbürgerschaft zusammen mit meiner 1943 geborenen Mutter und einer gleichaltrigen Cousine beantragt. Ich habe zwei Kinder, 5 und 8 Jahre alt, die auch von der deutschen Staatsbürgerschaft profitieren würden, falls unser Auftrag erfolgreich wäre. Unser Antrag ist jedoch abgelehnt worden.


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Das Trennen von Familien und Geschwistern – schon wieder 

Obwohl unsere Familie seit ca.1830 bis 1939 in Berlin gelebt hat, sehen wir, dass das gegenwärtige Gesetz, bei ansonsten identischen Anträgen, dem einen Bruder den deutschen Pass gewährt und dem anderen nicht auf Grund deren unterschiedlichen Geburtsdatum. Sicherlich war das nicht im Sinne der Gesetzgebung, welche gemäss heutigen Werten in Bezug auf Geschlechtsdiskriminierung, Wiedergutmachung und natürliche Gerechtigkeit veraltet scheint.